04: Nollur

Fortsetzung der Reise:

2. September 2021: Siglufjördur

Planänderung - wir gehen morgen baden und fahren heute in Richtung Siglufjördur. Das liegt auf der anderen Seite des Eyjafjördur und weiter im Norden. Wir starten in Richtung Akureyri. Die Stadt mit Herz. Die Verkehrsampeln haben anstelle eines roten Kreises alle ein rotes Herz. Das ist sehr sympathisch. Einige Kilometer nach Akureyri zweigt die Strasse 82 ab, diese nehmen wir. Wir fahren der Küste entlang vorbei an Hauganes. Dort sind wir vor 3 Jahren zum Whale watching in ein Boot gestiegen.

Olafsfjördur

Wir fahren durch Dalvik und kommen dann zum 1. Tunnel auf dieser Strecke. Er ist nur einspurig und in unserer Fahrtrichtung hat es die Ausstellbuchten. Also wir haben keinen Vortritt!

Es klappt wunderbar und wir halten in Olafsfjördur. Olafsfjördur ist eine Handelsstadt mit knapp 800 Einwohnern. Und zwischen Oktober und Mai kann man da Skifahren. Aber da wir ausserhalb dieser Skisaison hier sind und der Handel offenbar grad ruht, kommt uns die Stadt sehr beschaulich vor. Wir halten am Hafen, es gibt ein Einkaufsgeschäft und ein paar Häuser.

Hedinsfjördur

Wir fahren weiter. Es folgt ein weiterer Tunnel, 5 km lang und 2 spurig. Zwischen diesem und dem nächsten 7km langen Tunnel bietet sich uns ein schöner Ausblick mit Picnic Platz auf den Hedinsfjördur. Wir halten an, lesen über die hier ansässigen Vögel. Es ist ziemlich kühl und bedeckt.

Siglufjördur

Siglufjördur Hafen

Der folgende Tunnel ist ebenso 2 spurig und wir kommen bald in Siglufjördur an. Siglufjördur hat knapp 1200 Einwohner. Zur Zeit des Heringbooms wohnten hier 3000 Menschen. Von dieser Zeit erzählt das Heringsmuseum welches wir besuchen. In 3 Häusern und dem Aussenbereich findet man alte Zeugen dieser Zeit: Schiffe, Netze, Fässer, Werkzeuge, Kleider, ganze Haushalte. Dazu für den administrativen Gebrauch Schreibmaschinen, Registrierkassen, alte Akten. Und nicht zu vergessen für die Kommunikation und den Schiffsverkehr Telefone, Telegraph, Messinstrumente und und und. Da findet sich alles der letzten 150 Jahre von der kleinsten Schraube bis zum kohlebetriebenen Fischtrockner. Eine wunderschöne Sammlung.

Siglo Hotel in Siglufjördur

Herring Era Museum, Siglufjördur

Herring Era Museum; Siglufjördur

Wir streifen noch ein wenig durchs Dorf, sehen das luxuriöse Siglo Hotel und fahren dann wieder auf dem gleichen Weg zurück.

Bei einem Aussichtspunkt halten wir an, sehen in der Ferne den Migandifoss und hören den begeisterten Amerikaner „there are whales“, schreien. Aber in der Zwischenzeit sind diese abgetaucht.

Gegen 16 Uhr sind wir wieder in Akureyri, es ist Rush Hour. Heute werden wir wieder das heisse Pool geniessen, das Wasser läuft bereits ins Becken.

Nochmals Hotel Siglo

1. September 2021: Krafla und viele Mücken

Fnjoska Tal

Heute besuchen wir die Gegend um den Myvatn. Dort liegen vulkanisch aktive Gebiete. Eines davon ist Krafla. Dies ist ein Vulkansystems von ca. 100 km Länge, benannt nach dem 818 Meter hohen Zentralvulkan. Es handelt sich um ein heute noch sehr aktives System. Die letzte Eruption war 1984. Seit 1977 wird die geothermische Energie genutzt. Dies führt leider auch dazu, dass die Gegend zum Teil sehr verschandelt ist. Es gibt Bohrlöcher und Leitungen.

Krafla Energiewerk

Unser Weg führt uns diesmal durch das Fnjoskadalur. Von Nollur fahren wir etwa 5 km in Richtung Grenivik und zweigen dann auf die 835 ab. Die Strasse ist ungeteert und führt uns dem Fnjoska entlang in Richtung Ringstrasse. So müssen wir nicht über den Pass fahren. Die Gegend ist sehr hübsch. Aber man muss sehr aufpassen da überall Schafe auf der Strasse liegen oder herumspazieren.

Gegend um Myvatn

Weiter fahren wir dann auf der Ringstrasse, tanken wieder einmal in Laugar und gelangen zu der Abzweigung.

Vitisee

Von der Ringstrasse führt eine geteerte Strasse ins Gebiet. Die Strasse endet beim Vulkan Askja. Entstanden ist dieser Vulkan im Jahr 1875. In seiner Caldera liegt der See Viti. Dieser hat einen Durchmesser von ca. 300 Metern, ist 8 Meter tief und einfach zu besuchen. Wir sind nicht ganz die Einzigen. Vom Parkplatz ist man in wenigen Schritten beim Kraterrand und sieht den tiefblauen See. Ein Weg führt auf der einen Seite ein Stück nach oben. Direkt dahinter zischt und dampft es aus den Bohrlöchern und es hat Mücken, Mücken, Mücken. Allerdings stechen sie nicht, sind aber unwahrscheinlich lästig.

Ein namenloser See im Krafla Gebiet

Etwas weiter unten gibt es ein Besucherzentrum. Zu unserer Enttäuschung ist es nur im Sommer offen und der Sommer endete gestern am 31. August. „See you next summer“ steht an der Eingangstür.

Nochmals Vitisee…

Also fahren wir wieder zurück und zum Gebiet Hverir. Hier zischt und brodelt es und es stinkt erbärmlich nach Schwefel. Und trotz diesem Gestank hat es Mücken, Mücken, Mücken. Man kann hier wunderbar durchspazieren. Es hat Wege bis zu den Bergspitzen hinauf. Die gefährlichen Stellen sind mit einem Seil abgegrenzt.

Hverir

Wir treffen auf ein Schweizer Ehepaar und wechseln ein paar Worte, dem Dialekt nach Zürcher. Dann fahren wir zum Jardbödin Vid Myvatn. Wie der Name sagt, handelt es sich um ein warmes Bad. Es gibt mehrere Schwimmbecken, Sprudelbänke, Saunas und ein Restaurant. Heute besuchen wir nur das Restaurant und essen etwas Süsses und trinken etwas. Es hat nicht sehr viele Leute und es ist sehr warm. Vor 3 Jahren hatte es geschneit bei unserem Besuch bei knapp plus 4 Grad.

Hverir

Wir wollen das Bad wahrscheinlich morgen besuchen. Unser Rückweg führt uns am Myvatn entlang und dann wiederum durch das Fnjoskadalur. Die Schafe sind mittlerweile mehrheitlich auf den Weiden und die Fahrt geht flott voran. In Nollur scheint die Sonne und wir sitzen noch lange auf der Veranda.

Hverir

Und nochmals Fnjoska

31. August 2021: Canyon und Mondlandschaft

Heute fahren wir auf der Ringstrasse 1 bis zum Myvatn. In Reykjalid wollen wir Bier kaufen, aber die Vinbudin hat erst ab 16 Uhr geöffnet. So fahren wir weiter bis zur Strasse 864 in Richtung Dettifoss und Asbyrgi.

Blick auf die Myvatn Gegend

Die Strasse ist ungeteert und in einem sehr rauen Zustand. Wir werden arg durchgeschüttelt und unser Auto ist einmal mehr staubbedeckt. 29 km bis zum Dettifoss, wir schaffen es. Auf dem Parkplatz ist einiges los, es hat viele Leute und noch etwas mehr Mücken. Und es hat ein WC mit Desinfektionsmittel.

Dettifoss

Der Wasserfall stürzt mit grossem Getöse in die Tiefe. Er führt enorm viel Wasser und das Wasser ist braun. Der ganze Kessel ist voller Wasserdampf, wir beschliessen nicht hinab zu steigen. Irgendwie gluschtet es uns nicht. Aber von oben ist die Aussicht sowieso die viel schönere, finden wir. Wenn man flussabwärts schaut, dann sieht man einen riesigen Canyon. Der ist mindestens so schön wie sein berühmter Bruder in den USA.

Canyon unterhalb Dettifoss

Wir trotzen den Mücken, im Gegensatz zu unseren französischen Tischnachbarn, essen und trinken eine Kleinigkeit. Dann fahren wir weiter in Richtung Norden. Die Strasse ist immer noch ungeteert aber in einem wesentlich besseren Zustand. So geht es flott voran. Ein Luzerner VW Bus kommt uns entgegen, wir sind ihm schon mal begegnet. So wie er fährt, scheint er sich nach einer Schweizer Strasse zu sehnen.

Nochmals Canyon

Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir wiederum die Strasse 85 welche zurück nach Husavik führt. Die Strasse führt dem Fjord entlang, mal nahe beim Wasser, mal hoch oben. Die Landschaft ist wieder geprägt von kleinen Hügelchen und vielen, vielen eingepackten Heuballen. Die Schafe nutzen diese oft als Windschutz. Der Wind bläst fast ständig in Island und meistens ist er ziemlich heftig.

“Mondlanschaft”

In Husavik machen wir einen kleinen Stopp und erledigen ein paar Einkäufe. Nun haben wir noch eine Stunde Heimfahrt. Dazu hören wir Musik von Nova Scotia, es passt. In Nollur werden wir heute Nacht alleine sein. Die zwei Deutschen vom Nachbarhaus sind abgereist, sonst ist niemand da. Auch „unsere Schafe“sind verschwunden. Wir winken noch einem ausfahrenden Kreuzfahrtschiff und freuen uns, dass es ausgefahren ist und geniessen den Abend im heissen Pool.

Dettifoss und sein Canyon

30. August 2021: Ein wenig Sommer

Gestern Abend durften wir noch ein grossartiges Abendrot am Himmel beobachten. Einfach fantastisch.

Platz mit Heidebeeren und Birkenröhrlingen

Heute fahren wir nach Husavik. Husavik ist die „Hauptstadt der Walbeobachtungen“. Unser Ziel ist allerdings das kleine Dorf und das Walmuseum. Zudem ist die Fahrt dorthin und auf anderen Wegen wieder zurück schon ein Erlebnis.

Wir fahren wiederum die alte Strasse Nr. 1 über den Pass und zweigen dann kurz nach dem Ljosavatn auf die Strasse Nr. 85. Das Wetter wird immer besser, sonniger und wärmer. Wir fahren vorbei an Schafen, Farmen und gewundenen Wasserläufe. Irgendwo halten wir an und machen ein paar Fotos. Dieser Platz bietet aber noch viel mehr. So können wir Heidelbeeren ernten und finden sogar 4 Birkenröhrlinge. Perfekt!

Der Hafen von Husavik

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreichen wir Husavik. Husavik hat 2300 Einwohner und besitzt einen grossen Fischereihafen. Zudem werden hier Walbeobachtungstouren angeboten. Heute ist nicht sehr viel los in Husavik. Vor 3 Jahren war der Ort sehr voll mit Touristen.

Wir besuchen zuerst das Walmuseum. Im Museum wird viel erzählt über den Walfang und über die einzelnen Walarten. Als vor Jahren ein Pottwal in Husavik strandete, hat man dessen Skelett sorgfältig präpariert und man kann es nun im Museum ansehen. Es ist riesig. Auch von weiteren Arten hängen Skelette im Raum, es ist sehr beeindruckend.

Beim Walmuseum

Beeindruckend ist auch der gut 40 minütige Film eines Walbeobachters und Filmemachers. Er (Sir David Attenborough) erzählt und zeigt, dass Wale sehr intelligente Tiere sind, miteinander kommunizieren und jagen, andere auch einfach mal zum Plausch auf einer Welle das Surfen ausprobieren. Besonders beeindruckend ist die Geschichte einer Pottwaldame welche in Alaska im Mai darauf wartet, dass die kleinen Lachse der Lachsfarm ins Meer entlassen werden. Sie kommt jedes Jahr. Die Lachsfarmbetreiber finden immer neue Methoden, um möglichst viele Lachse ins offene Meer zu entlassen. Das kluge Pottwalweibchen findet immer neue Wege, um zu der Portion frischen Lachs zu kommen.

Nach dem Museum schlendern wir noch im Hafen herum bevor wir uns dann auf den Rückweg machen.

Diesmal fahren wir auf der Strasse 87 in Richtung Myvatn. Je näher wir zum See kommen, desto vulkanischer wird die Landschaft. Zudem ist das Licht einfach wundervoll. Die Sonne scheint bei 22 Grad. Die Landschaft leuchtet in verschiedenen Grüntönen, dazu die weissen Wolken… Wir fahren zurück auf dem Hringvegur (Strasse 1). Der geplante Halt beim Godafoss verschieben wir. Der Wasserfall liegt bereits im Schatten.

Landschaft bei Myvatn

In Nollur angekommen, setzen wir uns vor unser Häuschen und geniessen den Apéro bei strahlendem Sonnenschein.

“Unser” Haus.

29. August 2021: Myvatn Schnuppertour

Nach dem gestrigen Bad in unserem Hot Tub haben wir herrlich geschlafen. Erst nach 8 Uhr werden wir wach. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir zuerst nach Akureyri zum Einkaufen. Der Netto befindet sich im Glerartorg Einkaufszentrum. Da ausser dem Lebensmittelladen alle anderen Geschäfte geschlossen sind (es ist Sonntag), hat es wenige Leute und wir sind rasch fertig.

Wieder zu Hause beschliessen wir uns auf eine Myvatn Schnuppertour zu begeben. Wir wollen einfach mal rund um den See fahren und sehen was sich so alles verändert hat seit dem letzten Mal. Die Fahrt dorthin dauert rund 1 Stunde. Seit 1–2 Jahren gibt es einen neuen Tunnel und man könnte die Anreise zum Myvatn merklich verkürzen. Da wir aber bis zum Tunnel einige Kilometer zurück fahren müssten, lohnt es sich von Nollur aus nicht.

So fahren wir über die Vadlaheidi. Es gibt wunderbare Wolken am Himmel und es windet sehr stark. Dank dem neuen Tunnel hat es nun auf diesem Streckenabschnitt weniger, viel weniger Verkehr. Am Ljosavatn halten wir an. Es windet so stark, dass wir die Autotüren gut halten müssen und das Anziehen der Windjacke ist mit lustigen Verrenkungen verbunden.

Am Ljosavatn

Wir fahren am Godafoss vorbei, der Parkplatz ist ziemlich voll. Ihn werden wir später besuchen. In Laugar wird unser Auto vollgetankt und schon bald sehen wir den See.

Der Myvatn (Mückensee) ist ein See mit einer Fläche von 37 km2 (der Brienzersee hat eine Fläche von knapp 30 km2). Er befindet sich im Bereich des Krafla Vulkansystems. Es gibt in seiner Umgebung viele heisse Quellen, ein Naturbad, blubbernde Schlammtöpfe und vieles mehr. Man kann kleinere und grössere Wanderungen machen. Hier befindet sich auch das Gebiet wo Teile des Films „Games of Thrones“ gedreht wurden.

Wir fahren also um den See, halten mal da und dort und machen ein paar Fotos und erinnern uns an das letzte Mal (2018). Die Sonne scheint nun immer länger, es hat angenehme 15–17 Grad. Wir fahren wieder zurück und geniessen die Sonne. Heute wird es feines Lammfleisch mit Reis und Gemüse geben. Danach setzen wir uns wieder in den heissen Pool. Herrlich!

28. August 2021: Weiter nach Nollur

Von Hvammstangi nach Nollur

Gegen 10 Uhr fahren wir in Hvammstangi los. Einchecken können wir ab 15 Uhr. Deswegen nehmen wir den längst möglichen Weg. Zuerst fahren wir auf der Ringstrasse Nr. 1 und zweigen dann in Blonduos auf die Strasse Nr. 74. Diese führt rund um eine Halbinsel. Die nächste grössere Ortschaft ist Skagaströnd rund 33 km von Blonduos entfernt.

Da endet auch die geteerte Strasse und die nächsten 90 km fahren wir durch fast unbewohntes Land. Wer jetzt glaubt das sei langweilig, irrt sich gewaltig. Man sieht Schafe, Pferde und das Spiel des Lichtes.

Man könnte sagen, dass es fast nach jeder Kurve wieder anders aussieht. Gaaaanz wenige Bauernhöfe sieht man und auf der ganzen Strecke kreuzen uns 6 Autos.

Mal führt die Strasse dem Meer entlang, mal ist sie weit oben auf dem Hügel und man sieht wunderschöne Klippen. Schliesslich kommen wir nach Saudakrokur und fahren durch das gewaltige Delta des Haradsvötn. Auf einem kleinen Rastplatz mit wunderbarer Aussicht halten wir an und essen und trinken eine Kleinigkeit. Lange bleiben wir nicht auf der Bank sitzen, es geht ein sehr zügiger Wind.

Wieder zurück auf der Ringstrasse kommt der lange Aufstieg auf die Öxnadalsheidi. 540 Meter über Meer ist dieser Übergang zum Eyjafjördur. Schon von weitem sehen wir die Stadt Akureyri. Wir durchfahren die Stadt und fahren dann auf der anderen Seite in Richtung Grenivik/Nollur. Gegen 15.30 Uhr sind wir dann da und beziehen unser Häuschen.

Powered by SmugMug Owner Log In