Fortsetzung der Reise:

07: Stokkseyri

17: September 2021: Sonnenschein und Wasserfälle

Was für ein Prachtswetter! Die Sonne scheint und es hat einige Wolken. Wir beschliessen heute den Skogafoss und den Seljalandsfoss zu besuchen. Kurz vor 10 Uhr fahren wir los, die Fahrt zum Skogafoss dauert rund 90 Minuten für 115 km.

Das Licht ist heute besonders schön, die grünen Hänge leuchten, die Fernsicht ist grossartig. Heute sieht man auch zu den Bergen und den darauf liegenden Gletschern. So fahren wir am Eyjafjallajökull vorbei, der bei seinem letzten Ausbruch 2010 für sehr viel Rauch und Asche nicht nur in Island sorgte.

Beim Skogafoss hat es ziemlich viele Leute. Das Wetter ist auch wirklich schön und die Sonne steht genau richtig. So können wir einen tollen Regenbogen sehen. Hoch über dem Wasserfall weiden die Schafe und wer kann, mag und will, steigt die vielen, vielen Treppen nach oben auf die Aussichtsplattform. Wir bleiben unten. Von den gut 50 Fotos hier eine kleine Auswahl:

Skogafoss

Nach gut einer Stunde fahren wir wieder in Richtung Westen und halten beim Seljalandfoss. Auch hier gibt es viele Leute. Dieser Wasserfall ist wohl einer der berühmtesten in Island. Man kann hinter dem Wasserfall durchgehen. Der Seljalandsá stürzt hier 66 Meter in die Tiefe. Der Fluss wird vom Eyjafjallajökull gespiesen. Ursprünglich war die Abbruchkante auch die Küstenlinie. Heute liegt der Wasserfall einige Kilometer vom Meeresufer entfernt. Davor liegt fruchtbares Schwemmland.

Nach der Besichtigung gönnen wir uns 2 Kaffees und 2 Berliner. Bevor wir uns auf den endgültigen Heimweg machen, fahren wir noch zum Meer. Dort ist der Fährhafen für die Überfahrt zu den Westmännerinseln. Diese Inselgruppe besteht aus 14 Inseln und rund 60 Schären und Felsen. Der Hafen auf dem Festland wurde 2010 gebaut. Und es gibt hier wirklich nur einen Hafen für die Fähre und einen Parkplatz. Unsere Erwartung, auf ein malerisches Hafendorf zu stossen, wird somit nicht erfüllt.

Seljalandfoss

Seljalandfoss

So fahren wir noch ein wenig der Küste entlang, bevor wir dann wieder auf der Ringstrasse nach Stokkseyri fahren. Unseren letzten Abend hier geniessen wir nochmals im warmen Pool.

Morgen fahren wir nach Keflavik ins Hotel Berg und werden Reykjavik und die nähere Umgebung erkunden.

16. September 2021: Hjalparfoss und Lava Centre

Die ganze Nacht hat es heftig geregnet. Heute morgen erwachen wir etwas später. Der Himmel ist bewölkt, das Wetter ruhig. Wir beschliessen auf der Strasse 32 nach Norden zu fahren und auf der 26 wieder zurück. An diesen 2 Strassen liegen 2 Wasserfälle.

Wir fahren durch Selfoss und dann weiter in Richtung Nordosten. Das Wetter wird schlechter und schlechter.

Beim Hjalparfoss halten wir an und erwischen eine Regenpause für die Besichtigung. Der Wasserfall hat eine Höhe von 9 Metern und ist 27 Meter breit. Übersetzt heisst der Name „Hilfewasserfall“. Nach der gefährlichen Durchquerung der Inlandstrecke „Sprengisandur“war dies der Ort wo die Leute früher Wasser und Futter für ihre Pferde fanden.

Wir erreichen unser Auto grad knapp vor Einsetzen des Regens und fahren weiter. Die Rückfahrt über die 26 ist holperig, es regnet ununterbrochen. So beschliessen wir den 2. Wasserfall (den wir von unserer letzten Reise kennen) nicht zu besuchen und fahren statt dessen ins Lava Centre nach Hvolsvöllur.

Das Lava Centre zeigt in einer interaktiven Ausstellung und in einem Film Wissenswertes über die Vulkane in Island und Vulkane im allgemeinen. Man kann durch die Ausstellung gehen und an Bildschirmen Ereignisse nachahmen. So erfährt man etwas über die verschiedenen Vulkanarten, Lavaarten etc.

Den Vulkanen in Island wird besonders viel Gewicht zugemessen. Island hat ja auch einige Vulkane zu bieten und die allermeisten sind noch irgendwie aktiv, auch wenn’s manchmal Jahrzehnte dauert bis sie sich wieder melden.

Der neuste Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes (seit 19.3.2921) wird ebenso dokumentiert wie die vielen Ausbrüche der Hekla oder Katla oder des Grimsvötn. Eine sehenswerte Ausstellung die den hohen Eintrittspreis von knapp 32 Franken pro Person durchaus gerechtfertigt.

Der Heimweg ist verregnet und wir hoffen, dass es gegen Abend dann besser wird.


15. September 2021: Thingvellir und Geysir

Gestern Abend hat es noch so richtig gestürmt. Wir wollten eigentlich ins warme Pool, haben aber aus Versehen kaltes Wasser eingelassen. Etwa nach 1/4 füllen, haben wir es gemerkt…

Neuer Tag – neuer Versuch. Aber erst machen wir uns auf den Weg zu den berühmten Orten auf dem sogenannten „Golden Circle“. Und wenn etwas berühmt ist, dann ist man nicht alleine. Wir fahren in Richtung Selfoss und von da im Konvoi auf der Strasse 35 in Richtung Norden. Bald zweigt die Strasse nach Thingvellir ab, da werden es weniger Autos und wir fahren dann am Westufer des Thingvallavatn entlang und sind bald alleine unterwegs. Die Strasse ist schmal, aber geteert und führt mal in Ufernähe, mal hoch über dem See weiter in Richtung Norden. Der See ist 84 km2 gross, also in etwa wie der Zürisee.

Unser Weg führt uns weiter in den Thingvellirnationalpark. Wir parken unten und bezahlen 750 ISK (knapp 6 Fr.) für den ganzen Tag.

Thingvellir ist ein historischer Ort. Hier wurden ab dem 10. Jhd. bis zum 18. Jhd. die Parlamentsversammlungen abgehalten. Hier wurde gerichtet (die Männer enthauptet und die Frauen ertränkt) und die Verfassung verkündet.

Der Ort befindet sich auf einer Tektonischen Spalte und wird von hohen Felsen und einer weiten Ebene geprägt. Der Wasserfall Öxarafoss, ein 20 Meter hoher Fall, wurde wahrscheinlich künstlich angelegt, um die Leute bei den Versammlungen mit Wasser zu versorgen.

Wir spazieren ein wenig herum, ärgern uns über Leute welche den Absperrungen zum Trotz auf die Steine des Falls stehen. Leider fällt keiner rein…Der Kick nach dem „tollen Selfie“ ist halt grösser als das Verständnis für die Natur.

Nach dem kleinen Rundgang gehen wir zum Auto und fahren in Richtung Geysir. Schon bald befinden wir uns inmitten einer Baustelle, die Strasse ist gesperrt und wir müssen einen Umweg fahren. Kein Problem, das Wetter und die Landschaft sind so schön, dass wir gerne noch etwas unterwegs sind.

Schliesslich kommen wir beim Geysir Park an. Das Wort Geysir stammt aus dem isländischen und bedeutet herausspritzen, sich ergiessen. Seit dem 17. Jhd wird dieses Wort generell für geothermische Springquellen verwendet. Der grosse Geysir (der älteste Geysir überhaupt) ist heute nicht mehr aktiv.

Aber auf dem Gebiet befindet sich der Geysir Strokkur, welcher in unregelmässigen Abständen so 5 – 10 Mal pro Stunde eine Wasserfontäne in die Höhe spritzt. Mal ist sie kleiner, mal werden die umstehenden Zuschauer auch gleich abgespritzt. Auf dem zugänglichen Gebiet befinden sich noch kleinere warme Becken und aus den kleinen Ritzen dringt der Dampf. Es gibt auch hier sehr viele Leute.

Wir spazieren noch durch den Souvenirshop, kaufen aber nichts. Es gibt zwar ganz tolle Sachen, aber wenn man nichts braucht soll man es lassen. Zudem gibt es auch viel Ramsch.

Der Heimweg führt uns über Fludir und Selfoss. Auch hier wird gebaut an den Strassen. Wir fahren an vielen Pferden und Schafen vorbei. Der Himmel ist jetzt etwas mehr bewölkt und die Landschaft ist in ein Spiel aus Schatten und Licht getaucht. Es ist wunderbar.

In der Zwischenzeit hat sich der Himmel wieder bewölkt. Wir steigen ins, diesmal fast zu heisse, Bad und bleiben sitzen bis der Regen stärker wird. Die Prognosen für morgen sind nicht so gut. Aber auf die Wetterfrösche kann man nicht immer bauen.

14. September 2021: Weiter nach Stokkseyri

Der heutige Morgen ist vom Wetter her etwas freundlicher. Wir gehen gegen 8 Uhr frühstücken und sehen gerade noch den Bus mit den Amerikanern davonfahrend. Im Frühstücksraum ist nicht viel los. Gegen 9.45 Uhr haben wir dann ausgecheckt und fahren in Richtung Westen auf der Ringstrasse. Die Sicht ist nicht schlecht, aber die Sonne mag sich doch nicht so richtig gegen die Wolken durchsetzen. In Kirkjubaejaklaustur tanken wir und weiter geht es. Mal trifft uns ein Schauer, mal sehen wir schemenhaft die Gletscher. Es ist ein Auf und Ab.

Kurz vor Vik zweigen wir in Richtung Meer ab und fahren über eine Holperstrasse. Wir passieren das Hjörleifshöfdi, ein Bauernhof von dem ein Wanderweg auf die dahinter liegenden Hügel führt und fahren weiter zu einem schwarzen Kiesstrand mit einer Höhle. Wir nehmen an, dass dies die Hjörleifshöfdihellir ist (unser Isländisch ist schon ganz passabel). Man könnte noch weiter fahren, aber eigentlich ist das Befahren von Stränden in Island verboten und eine Strasse können wir ab hier beim besten Willen nicht erkennen.

Gegen Mittag sind wir dann in Vik í Myrdal und besuchen den schwarzen Strand direkt im Dorf. Dieser ist mindestens so schön, wie der sogenannte Black Sand Beach (der aber eigentlich Reynisfjara heisst). Weil es aber hier keine so tollen Basaltfelsen gibt und keinen grossen Parkplatz und kein Café, hat es auch keine Leute. Der Wind bläst bei 10 Grad und das Meer spritzt gegen den feinen Sand und die Felsen.Wir bleiben noch ein wenig in Vik und besuchen das Einkaufszentrum mit Supermarkt und Wollbekleidungsgeschäft. Wir kaufen Wolle und Socken und gleich auch Lebensmittel für die kommenden 4 Tage.

Dann passieren wir den Skogafoss (Waldwasserfall), es regnet… den Seljalandsfoss, es hat zu viele Leute und die Sonne steht falsch und zweigen dann kurz vor Selfoss auf die Strasse in Richtung Stokkseyri ab. Wir finden das Haus, in dem wir schon vor 3 Jahren waren, problemlos. Der Wind frischt auf und es kommt immer mal wieder Regen. Mal sehen, ob wir unser heisses Pool noch benutzen können.

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