08: Reykjavik

21. September 2021: Der letze Tag

Sturmwarnung für ganz Island. Das Gebiet um den Vulkan Fagradalsfjall ist gesperrt. Regen, starke Brandung, Schnee im Hochland…

So präsentiert sich unser letzter Tag hier. Wir bleiben im Hotel, es gibt Böen bis 140 km/h. So gegen 14.30 Uhr fahren wir dann mit dem Mietwagen zu Europcar am Flughafen. 8000 km liegen hinter uns. 5 wunderbare Wochen mit tollen Ausflügen und Erlebnissen und mit recht gutem Wetter sind vorbei. Der Taxifahrer bringt uns zurück zum Hotel und erzählt uns auf der kurzen Fahrt viel Wissenswertes über die US Streitkräfte und Island. Gegen Abend klart es etwas auf, wir sehen gar einen Regenbogen. Ein letztes Abendessen im Kaffi Duus und ein kräftiger Regenguss auf dem kurzen Heimweg, ein letzter Aufenthalt im warmen Aussenpool…unsere Islandferien 2021 sind zu Ende. Morgen um 4.40 Uhr Ortszeit werden wir zum Flughafen gebracht, um 7.20 Uhr werden wir starten in Richtung Zürich von wo uns dann Philip nach Ormalingen fahren wird.

Es war toll, wir kommen wieder.

20. September 2021: Reykjavik 8 Grad, windig. Feels like 4.

So stehen wir etwas später auf und fahren erst nach 11 Uhr nach Reykjavik. Die Fahrt dauert etwa 50 Minuten. Wie alte Profis fahren wir in die Stadt mit ihren knapp 123 000 Einwohnern. Und wir finden dann auch den selben Parkplatz wie vor 3 Jahren und können für 5 Fr. den ganzen Tag parkieren. Ist ja fast so billig wie in Basel😂.

Der Regen hat aufgehört aber es windet unwahrscheinlich stark, so stark, dass die mir fröhlich zulächelnde Dame mit der Bratsche auf dem Rücken bei einer Kurve fast mitsamt dem Velo umgeweht wird. Nur mit viel Kraft und Glück bleibt sie stehen.

Zuerst wärmen wir uns in der Harpa (Opern– und Konzerthaus) etwas auf. Vor 3 Jahren gab es da noch einen kleinen Shop, ein Kino mit einem Film über Island und das Café war überfüllt. Heute ist das Haus leer und das Café nur spärlich besucht.

Dann ziehen wir weiter durch die Strassen zum Photographiemuseum. Der Eintritt ist heute frei, da eine neue Ausstellung vorbereitet wird und man nur einen kleinen Teil besichtigen kann. So schauen wir uns am Bildschirm Fotos des alten Reykjaviks an und gehen weiter. Auf dem Weg zur Hallgrimskirka besuchen wir immer mal wieder einen Shop und wärmen uns auf.

In der Kirche setzen wir uns in eine Bank und werden bald von Orgelmusik verwöhnt. Der Organist spielt ein paar Stück, meditativ und ein Bachpräludium rasend schnell. Die Klais Orgel tönt sehr schön und ich konnte mein Wissen auch an ein deutsches Ehepaar weiter geben, welches sich über die „komisch in den Raum hinausragenden Orgelpfeifen“wunderte und erklären, dass es sich dabei um spanische Trompeten handelt. Na ja zwischendurch muss man sich auch mal wichtig und besserwisserisch geben.

Nach dieser längeren Pause machen wir uns auf den Weg ins Hard Rock Café (immer mit Zwischenhalts in diversen Shops) und bestellen ein frühes Abendessen. Beim Bezahlen dann die grosse Überraschung:“ Es sei Happy Hour und deswegen gibt es auf den ganzen Betrag 25% Rabatt“. Welch nette Überraschung. Das so gesparte Geld investieren wir gleich im Shop und kaufen uns einen Hoodie und eine Jacke.

Gegen 18.30 Ihr sind wir im Hotel und gönnen uns später noch 2 Glas Wein an der Bar.

19. September 2021: Keflavik und Fagradalsfjall

Seit gestern sind wir im Hotel Berg in Keflavik. Die Anreise war unspektakulär, wolkenverhangen und verregnet. Zum Abendessen waren wir im Restaurant Duss gleich über der Strasse.

Heute morgen ist das Wetter wunderbar und wir fahren nach dem Frühstück gleich los zum Vulkan Fagradalsfjall. Seit dem 19. März 2021 ist dieser Vulkan aktiv und er ist ziemlich leicht zugänglich.

Gleich zu Beginn des Ausbruchs wurde die Umgebung abgesperrt. Aber ein Isländer findet immer einen Weg, um zum Vulkan zu kommen. Die ganze Umgebung war mit Autos verstellt und die Leute wanderten zum Vulkan von allen Seiten. Da hat die Regierung Parkplätze und Wanderwege gebaut. So kann man heute von ca. 5 Parkplätzen in 30–60 Minuten zu den Lavaströmen und in die Nähe des Kraters wandern.

Wir nehmen eine einfache Route, die uns nicht ganz so hautnahe an das Geschehen führt. Der Vulkan ist momentan auch relativ ruhig. Mit dem Fernglas sehen wir die rote Lava. Aber im Krater gibt es zur Zeit keine sichtbaren Eruptionen.

Unser Weg führt uns in das Nátthagidalur. Die Lavaströme sind deutlich zu sehen und auf dem Talboden liegt eine ca 25 Meter dicke Lavaschicht. Die Lava ist erstarrt und erkaltet. Man kann, zumindest am Rand, darauf herumspazieren. Ob und wo sich unter der erkalteten Lava noch heisse Lava befindet weiss man nie. Deswegen ist Vorsicht geboten.

Die Strukturen sind beeindruckend. Da liegt Millionen Jahre altes Gestein vor uns aus dem Inneren der Erde. Und es liegt erst seit knapp 6 Monaten hier. Eine gewisse Ehrfurcht ist angebracht.

Ab und zu dampft noch Schwefel aus der Lava und es riecht auch nach Schwefel. Bis jetzt haben rund 300ˋ000 Leute dieses Naturschauspiel gesehen. Auch wir verweilen eine Zeitlang hier.

Wieder zurück auf dem Parkplatz fahren wir ein Stück ins Landesinnere und besuchen das geothermische Gebiet Krysuvik. Hier wurde im 18./19. Jhd. Schwefel abgebaut. Überall blubbert es und plätschert heisses, schwefelhaltiges Wasser aus dem Untergrund.

Unsere Fahrt führt uns weiter der Küste entlang in Richtung Westen und wir besuchen Gunnhuver Hot Springs. Hier zischt und dampft es. Daneben eine Fabrik und eine Dampfleitung zur Nutzung des Dampfes.

Zum Abendessen gehen wir ins Restaurant Duss und essen Pfeffersteak und Pasta mit Shrimps und Lobster. Dazu ein Glas Wein und vor dem Schlafengehen noch ins warme Pool auf der Dachterrasse.

Noch 2 Tage liegen vor uns.

18. September 2021: Von Stokkseyri nach Keflavik

Powered by SmugMug Owner Log In